Über den Künstler
Viktor Kovalyk
Viktor Kovalyk ist ein Inkognito-Künstler, dessen Werke durch ihre Tiefe und psychologische Symbolik faszinieren, in denen in wunderbaren Bildern Natur, Licht und Mysterium verkörpert sind – wo sich der Singular als Ganzes widerspiegelt.
Viktor Kovalyk wurde am 20. April 1974 geboren. Von 1985 bis 1989 besuchte Viktor eine Kunstschule für Kinder und schloss diese mit Auszeichnung ab. 1993 trat er in das Staatliche Institut für dekorative und angewandte Kunst und Design in Kiew ein und studierte an der Fakultät für Grafikdesign. Das Institut führt sich auf die Zeichenschule von Nikolai Murashko zurück, auf die Kiewer Kunstschule (1900-1920) und die Kiewer Schule für Angewandte Kunst (1938-1957), an der auch der weltberühmte Künstler Kasimir Malewitsch lehrte. Auch Alexander Murashko, Nikolay Pimonenko, Alexander Archipenko und Ivan Kavaleridze unterrichteten dort. Die Werke der Schüler und Lehrer des Instituts werden bis heute in Museen in Deutschland, Italien, Australien, den USA, Kanada, Polen und anderen Ländern ausgestellt.
Im Jahr 1996, nach seinem erfolgreichen Studienabschluss, widmete sich Viktor der Entwicklung einer eigenen Handschrift und experimentierte mit den Techniken, die sich später auch in seinen Werken wiederspiegelen sollten. Heute beherrscht Viktor Kovalyk viele künstlerische Techniken, ein Zeichen seines einzigartigen Talents und seiner Berufung. Der Künstler verfügt über eine breite Palette und demonstriert mit seinem Können gekonnt und mutig sein Weltbild, das durch Vielseitigkeit besticht.
Der Autor schätzt die Unabhängigkeit und bevorzugt ein Leben, das der Suche und kreativen Entwicklung gewidmet ist. Er arbeitet allein und betrachtet das Leben als eine Einheit von Bedeutungen.
Viktor Kovalyk im Kunsthaus Mettmann – „Sonnenblumen“ zwischen Schönheit und Erinnerung
Im Kunsthaus Mettmann wurden im Rahmen der Ausstellung „Kunst deines Nachbarn – Kunst aus der Ukraine“ Werke verschiedener ukrainischer Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Unterschiedliche künstlerische Positionen, Techniken und Sichtweisen trafen dabei aufeinander.
Unter den ausgestellten Arbeiten entfaltete das Werk „Sonnenblumen“ von Viktor Kovalyk eine besondere Präsenz. Vier großformatige, beinahe monochrome Darstellungen bilden ein Ensemble, das zunächst durch seine außergewöhnliche Ästhetik und die detailreiche Ausarbeitung der Pflanzen beeindruckt. Bei längerer Betrachtung verändert sich jedoch die Wahrnehmung: Hinter der Schönheit der Sonnenblumen tritt eine wesentlich ernstere, historische Bedeutung hervor.
Auch die Rheinische Post richtete in ihrer Berichterstattung den Blick auf dieses Werk. Für den großformatigen Bildbeitrag zur Ausstellung wurde Viktor Kovalyks „Sonnenblumen“ ausgewählt – Kovalyk war damit der einzige der beteiligten Künstler, dessen Werk in dieser Form zusammen mit dem Kurator im Artikel abgebildet wurde.
Gerade diese Auswahl lässt erahnen, welche besondere visuelle Wirkung die „Sonnenblumen“ innerhalb der Ausstellung entwickelten. Ohne die anderen künstlerischen Positionen zu bewerten, gehörte Kovalyks Arbeit zu jenen Werken, die sich dem Betrachter unmittelbar einprägten.
Eine Erinnerung, die über Generationen weitergegeben wurde
Für Viktor Kovalyk ist die Sonnenblume nicht lediglich ein Motiv aus der Natur. Das Werk ist mit einer familiären Überlieferung verbunden, die auf die große Hungersnot in der Ukraine zu Beginn der 1930er-Jahre zurückgeht.
Kovalyks Großvater erzählte ihm, dass Menschen während der Hungersnot aus äußerster Not Stiele von Sonnenblumen kochten und aßen, um zu überleben. Diese Erzählung aus der eigenen Familiengeschichte blieb im Gedächtnis des Künstlers und fand Jahrzehnte später Eingang in seine Kunst.
So erhalten die scheinbar verwelkenden, schweren Sonnenblumen eine zweite Bedeutungsebene. Sie stehen nicht nur für Natur und Vergänglichkeit, sondern werden zu stillen Zeugen von Hunger, Verlust, Überlebenswillen und Erinnerung.
Ein bewusst gesetztes Detail verstärkt diese Bedeutung: Viktor Kovalyk signierte das Werk in Rot. Nach der Intention des Künstlers erinnert diese rote Signatur an die Millionen Menschen, die während der Hungersnot ihr Leben verloren. Die Farbe wird damit zu einem kleinen, aber eindringlichen Erinnerungszeichen innerhalb der ansonsten zurückhaltenden Farbwelt des Werkes.
Schönheit, die eine Geschichte bewahrt
Gerade in diesem Gegensatz liegt die besondere Kraft der „Sonnenblumen“. Aus der Entfernung erscheinen sie monumental und beinahe dekorativ. Aus der Nähe offenbaren sich Strukturen, Brüche und Spuren, die eine vollkommen andere Wahrnehmung ermöglichen.
Das Werk verbindet damit zwei Ebenen, die für Viktor Kovalyks Kunst charakteristisch sind: die Schönheit der Natur und eine tiefere psychologische und menschliche Bedeutung. Seine Sonnenblumen erzählen nicht laut. Sie verlangen Aufmerksamkeit.
Was im Kunsthaus Mettmann zunächst zu den ästhetisch eindrucksvollsten Arbeiten der Ausstellung gehörte, wurde bei näherer Betrachtung zugleich zu einem Werk der Erinnerung.
Die Sonnenblume wird bei Viktor Kovalyk so vom Symbol des Lichts und des Lebens zu einem Symbol des Überlebens – und des Erinnerns an jene, die nicht überleben konnten.
Abbildungen: oben – Bericht der Rheinischen Post über die Ausstellung ukrainischer Kunst im Kunsthaus Mettmann mit Viktor Kovalyks „Sonnenblumen“; unten – das vierteilige Werk „Sonnenblumen“ in der Ausstellung im Kunsthaus Mettmann.
Viktor Kovalyk im französischen Artmajeur Magazine
Eine besondere internationale Würdigung erfuhr Viktor Kovalyk durch das französische Artmajeur Magazine. Das Kunstmagazin präsentierte den von der Galerie Dirk Nudel vertretenen Künstler in einer eigenen Veröffentlichung. Auf der abgebildeten Magazinseite ist Viktor Kovalyk vor seinem Werk „Van Gogh Nostalgie“ zu sehen. Auch Artmajeur führt Kovalyk als professionellen, von einer Galerie vertretenen Künstler und nennt seine Veröffentlichung im Artmajeur Magazine ausdrücklich unter seinen künstlerischen Erfolgen.
„Van Gogh Nostalgie“ – Hommage und eigenständige Handschrift
Das großformatige Werk „Van Gogh Nostalgie“ (120 × 70 cm) verbindet Aquarell, Pigment und Lack auf Leinen. Die Sonnenblumen lassen bewusst an Vincent van Gogh denken, doch Kovalyk kopiert sein berühmtes Vorbild nicht. Er übersetzt die Inspiration in seine eigene zeitgenössische Bildsprache. Durch seine besondere, über viele Jahre entwickelte Technik entstehen intensive Oberflächen, räumliche Tiefe und eine beinahe leuchtende Wirkung.
Gerade darin zeigt sich eine der großen Stärken Viktor Kovalyks: Er kann kunsthistorische Bezüge aufnehmen, ohne seine eigene Identität als Künstler zu verlieren. Seine Arbeiten besitzen einen hohen Wiedererkennungswert und verbinden Naturbeobachtung mit Emotion, Symbolik und technisch anspruchsvollen, mehrschichtigen Verfahren.
Dass ein internationales Kunstmagazin Viktor Kovalyk vor „Van Gogh Nostalgie“ präsentiert, ist deshalb eine passende Würdigung seines künstlerischen Weges. Kovalyk beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit unterschiedlichen Maltechniken und entwickelte daraus eine eigene Methode, in der unter anderem Aquarell, Pigmente, Lack und pastose Ölmalerei miteinander verbunden werden. Im Interview mit Artmajeur Magazine beschreibt er selbst, wie diese vielschichtige Arbeitsweise der Darstellung von räumlicher Tiefe dient.
Ein Künstler mit unverwechselbarer Bildsprache
Viktor Kovalyk ist kein Künstler, der sich auf eine einzige traditionelle Technik beschränkt. Seine Stärke liegt gerade in der Verbindung verschiedener Verfahren und in seiner Fähigkeit, Natur in eine emotionale und teilweise mystische Bildwelt zu verwandeln. Seine Werke wollen nicht nur abbilden, sondern beim Betrachter Erinnerungen, Assoziationen und Gefühle auslösen.
Die Präsentation im französischen Artmajeur Magazine unterstreicht damit, was Kovalyks Werk auszeichnet: handwerkliches Können, jahrzehntelange künstlerische Suche, Experimentierfreude und eine eigenständige Handschrift.
„Van Gogh Nostalgie“ ist dafür ein besonders überzeugendes Beispiel: eine respektvolle Verneigung vor einem großen Meister der Kunstgeschichte – und zugleich unverkennbar Viktor Kovalyk.
Abbildungen: Artmajeur Magazine, Nr. 28, Winter 2024 – Viktor Kovalyk, vertreten durch die Galerie Dirk Nudel, vor seinem Werk „Van Gogh Nostalgie“.